Arroganz unter Studenten?

Die Arroganz ist zu einem gewissen Teil anerzogen und kein spezielles Symptom der Informatiker, sondern findet sich quer durch alle akademischen Berufe, mit unterschiedlicher Ausprägung. Das fängt während des Studiums an, wenn die studierenden Kinder den Bekannten ‘vorgeführt’ werden (auch in Abwesenheit) “Informatik, das ist aber schwer, da mußt Du ja ein kluger Junge sein”, und nach dem Studium bekommt man dann als erstes die Karrierechancen unter die Nase gehalten, egal ob Eignung vorhanden oder nicht. Als einziges Regulativ findet man, soweit vorhanden, ein nicht-akademisches Elternhaus und entsprechende Freunde/Bekannte, die einen auf dem Teppich halten.

Ein weiterer Punkt ist der Konkurrenzkampf/Hochnäsigkeit der Fachbereiche untereinander - z.B Medizin oder Physik. Wenn man sagt, man arbeitet in der Medizin, dann denkt man direkt an jemanden Gebildeten. Ob derjenige jetzt klassisch ausgebildet oder in der alternativen Medizin, beispielsweise Ayurveda (Ayurveda bietet Heilmassagen und ähnliches an), das ist dort egal. Das gleiche bei Physik, Mathematik und BWL. Ich bin während meines Studiums (Physik) definitiv nicht zur Teamarbeit erzogen worden, und ich kenne auch keinen Fachbereich, in dem das wirklich passiert. Mein Studium hat mich zwar dahin erzogen, so ziemlich alles in Frage zu stellen, aber auch hier gilt: Der Ton macht die Musik. Wer als erstes hingeht mit der Einstellung “ich weiß alles besser”, wird unweigerlich vor die Wand laufen, Studium hin oder her. Ich bin mit der Fragestellung “ich habe ja keine Ahnung, aber warum wird das so gemacht?” immer recht gut gefahren.

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